Die "BASTARDEN"-Forschung führte zu neuen Entdeckungen

29. September 2023

Ringkøbing Fjord Museen Wenn am 5. Oktober der Kinohit BASTARDEN mit Mads Mikkelsen in der Hauptrolle in die dänischen Kinos kommt, haben zwei Museumskuratoren aus Jütland zum historischen Hintergrund beigetragen - und bei ihren Recherchen ganz neue Entdeckungen gemacht.

Wenige Tage vor der Premiere von BASTARDEN von Zentropa und Nikolaj Arcel in den dänischen Kinos gibt es neue Erkenntnisse über den von Mads Mikkelsen gespielten Ludvig von Kahlen, den eigentlichen historischen Protagonisten des Films.

Die Kuratoren des Museums, die Historikerin Caroline E. Larsen und der Archäologe Torben Egebjerg, die den Film historisch erforschen, untersuchen seit 2021 das Leben im 18. Jahrhundert und haben herausgefunden, dass Kahlen nicht in dem Ort auf der Heide wohnte, wie es seit der Gründung durch Jeppe Aakjær in den frühen 1900er Jahren allgemein angenommen wurde.

Der Kapitän und Ann Barbara werden zum BASTARD

Der Film, der auf Ida Jensens "Der Kapitän und Ann Barbara" basiert, erzählt die Geschichte eines der ersten Heidebauern, Ludvig von Kahlen. Für Caroline E. Larsen bestand die Arbeit darin, zunächst den Entwurf des Drehbuchs zu lesen und die darin enthaltenen historischen Elemente zu untersuchen. Später erstellte sie in Zusammenarbeit mit ihrem Kollegen Torben Egeberg eine Broschüre mit Informationen über das 18. Jahrhundert, den König, die historischen Figuren im Film, das Essen und die Heide. Die Arbeit ging jedoch über den Film hinaus und erstreckte sich bis auf den Boden der jütländischen Moore.

Wo stand das von Kahlen'sche Hallenhaus?

Zur gleichen Zeit, als Caroline mit Zentropa zusammenarbeitete, arbeitete Torben an einem anderen Projekt zur Identifizierung erhaltener kultureller Überreste in den jütländischen Mooren. Hier war Kongenshus einer der interessanten Orte, die untersucht und gesucht wurden, allerdings vergeblich. Im Zusammenhang mit dem Filmprojekt von Zentropa mit BASTARDEN lag es daher nahe, den Standort des beeindruckenden 20 m langen und 10 m hohen Gebäudes zu ermitteln. Im Laufe der Jahre sind mehrere Vorschläge gemacht worden. Zu denjenigen, die ausführlich über Ludvig von Kahlen und die anderen Heidebauern geschrieben haben, gehört der bekannte Jeppe Aakjær. Für ihn war das Kongenshus ein hohes, weißes Gebäude auf einem Hügel, das er noch aus seiner Kindheit kannte. Jetzt stellt sich heraus, dass es nicht das echte Kongenshus ist, über das Jeppe Aakjær schrieb.

Die Antwort kam ganz zufällig, als bei den Recherchen zu BASTARDEN eine Karte aus den 1760er Jahren auftauchte. Es stellte sich heraus, dass Ludvig von Kahlen seinen Modellbauernhof klugerweise in einem geschützten Tal und nicht weiter oben im Moor errichtet hatte. Hier grub er einen Brunnen und einen Teich zur Viehtränke sowie einen großen Garten und ein eigenes Backhaus. Das Moorland hier im Tal bildete den Großteil der Anbauflächen, daneben gab es einige Felder auf der windgepeitschten Moorfläche.

Die Nachforschungen brachten eine vielleicht nicht überraschende Seite von Hauptmann Ludvig von Kahlen zum Vorschein, nämlich seine durchdachte und bewusste Standortwahl für sein idealistisches Heideanbauprojekt, das in einem Tal mit Zugang zu Wasser realisiert wurde.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

Kuratorin und Historikerin
Caroline E. Larsen
Tel. +45 51 50 96 99
cl@rfmuseer.dk

Kurator und Archäologe
Torben Egeberg
Tel. +45 23 41 10 42
te@arkvest.dk

Für weitere Informationen über BASTARDEN:

Rikke Hesselholt,
Tel. 28433893,
rikke@have.dk

Bildnachweis:

Foto von Kahlen im Kongenshus: Henrik Ohsten

Fotos von Caroline E. Larsen und Torben Egeberg, mit Quellenangabe:
Ringkøbing Fjord Museen

Hintergrundinformationen über Ludvig von Kahlen

Ludvig von Kahlen wuchs auf einem Gut zwischen Hamburg und der mecklenburgischen Grenze auf. Hier lernte er zwei Dinge, die er später brauchen sollte: die Bodenkunde und die Geometrie für die Vermessung. Ludvig von Kahlen schlug dann eine militärische Laufbahn ein, die er bis an sein Lebensende beibehielt. Die dänische Krone wollte schon lange die Heide kultivieren, und während von Kahlen in Kastellet in Kopenhagen weilte, gelang es ihm, den König Frederik V. davon zu überzeugen, seinen Vorschlag für eine groß angelegte Heidekultivierung auf der jütländischen Alhede zu finanzieren. Hier baute Ludvig von Kahlens eine exakte Nachbildung des für seine Heimatregion typischen und ungewöhnlich großen Hallenhauses als Wohnsitz. Alles - die Backstube, der Garten und die gesamte Bewirtschaftung des Ackers - war dem Vorbild nachempfunden, das er aus seiner Kindheit in Holstein kannte.

Schon bald stellt er sich den Herausforderungen und braucht Leute, die ihm in Haushalt und Betrieb helfen. Mit seiner holsteinischen Herkunft rekrutiert er Leute aus Mecklenburg, doch seine Bemühungen sind erfolglos. Auch der Kämmerer, Richter und Gutsherr von Hald, Frederik Schinkel, erweist sich als Gegner.

Die Beamten besuchen Kongenshus mehrmals und ihre Augenzeugenberichte geben einen guten Einblick in die Realität des Moors. Ludvig Kahlen ist ein Idealist und fleißig, aber sein Temperament und sein Benehmen sind gegen ihn. Jeppe Aakjær nannte Ludvig von Kahlen den einsamen Heidekrautschläger.

Neben der Leitung des Kongenshus war Ludvig von Kahlen auch für die Vermessung des königlichen Anteils an Alheden zuständig. Für diese Arbeit und für den Bau von Kongenshus erhielt er recht hohe Summen. Die Vermessungsarbeiten verliefen jedoch nicht wie geplant, und es gab Beschwerden über seine Arbeit.

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